Fragen an die Selbstvertreter/innen
Herr Zehetner von der Lebenshilfe NÖ hat diese Fragen ausgearbeitet und stellt sie Ihnen zur Verfügung.
Sie können Herrn Zehetner gerne kontaktieren, wenn Sie weitere Fragen haben: andreaszehetner@gmx.at

  • Warum sind Sie Selbstvertreter geworden?

Ich bin 2001 als Einrichtungssprecher in meiner Wohngruppe gewählt worden.
2003 konnte ich bei einem Kongress in der Steiermark die Arbeitsgruppe „Wir wollen Verantwortung übernehmen“ moderieren.
2005 durfte ich mit einem Kollegen aus Baden einen Kongress in St. Pölten eröffnen.
2006 wurde ich von einem Mitarbeiter der Lebenshilfe gefragt, ob ich die Arbeit als Selbstvertreter machen möchte.

 

  • Was bedeutet für Sie Selbstvertretung?

Selbstvertreter sind Gewerkschafter für Menschen mit Beeinträchtigung.

  • Was möchten Sie durch ihre Arbeit als Selbstvertreter erreichen?

Das Schubladendenken der Menschen überwinden. Ich will erreichen, dass alle Menschen gemeinsam arbeiten, leben und wohnen können. Außerdem ist mir die Barrierefreiheit sehr wichtig. Damit meine ich nicht nur die baulichen Barrieren  sondern auch die in den Köpfen der Menschen.

  • Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen Selbstvertretung und Interessensvertretung?

Interessensvertreter schauen mehr auf ihre eigenen Dinge, Selbstvertreter sind für alle Menschen mit Beeinträchtigung da. 

  • Was waren Ihre größten Erfolge als Selbstvertreter?

  • Die erste Teilnahme an einem Selbstvertreter Beirat der LHÖ 2007

  • Besuch eines inklusiven Lehrgangs „kommunale Bildung“ der Pädag Baden und der Gemeinde Wiener Neudorf 2011

  • Mitarbeit bei der Erstellung der Broschüre „Kompetent als Patient“ 2014

  • Mitarbeit bei der Erstellung des Bedarfsplans des Landes NÖ 2015

  • Die Wahl in die EPSA am 21. Mai 2015

  • Die Zusammenarbeit mit dem Justizministerium zur Reform des Sachwalterrechts.

  • Die direkte Zusammenarbeit mit der Landesrätin Barbara Schwarz und dem Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

  • Wo sehen Sie Hindernisse in ihrer Arbeit als Selbstvertreter?

Ich selber kann meiner Arbeit sehr frei und uneingeschränkt nachgehen, die Hindernisse gibt es mehr im Alltag.

  • Denken Sie, dass die Politik die Arbeit als Selbstvertreter wichtig findet?

Ja, das glaube ich schon, zumindest in Österreich.

  • Warum findet die Politik die Arbeit von Selbstvertretern wichtig?

Wenn Politiker besser wissen was wir wollen, ist das eine Hilfe für sie. Dadurch können sie besser umsetzen, was wichtig für uns ist.

  • Warum findet die Politik die Arbeit von Selbstvertretern nicht wichtig?

In Österreich habe ich die Erfahrung gemacht, dass wir Selbstvertreter von der Politik sehr ernst genommen werden. Leider ist das in anderen europäischen Ländern nicht so.  

  • Was ist ihre Erfahrung: Findet die Gesellschaft Selbstvertretung wichtig?

Die Gesellschaft muss noch von der Arbeit der Selbstvertreter überzeugt werden. Dafür ist es sehr wichtig unsere Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen.

  • Wie sieht es in anderen Ländern mit der Barriere-Freiheit aus?

In den Städten in denen ich unterwegs bin, schaue ich immer ganz besonders auf Barrierefreiheit. In den meisten Ländern in denen ich unterwegs bin kann ich immer wieder erfreuliche Beispiele finden. Wie z. B. barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel in Berlin, Rom, Prag, Lübeck, Madrid, Bologna.

  • Gibt es in anderen Ländern gute Projekte zum Thema Selbstvertretung?

    Ja sehr viele sogar. Sehr gute inklusive Projekte die mir gefallen haben sind z. B. ein Integrationskino oder der Integrationsfachdienst in Lübek, oder ein inklusives Wohnprojekt in Italien. 

  • In welchen Bereichen muss die Politik in Österreich noch viel tun?

In allen Bereichen. Vieles wird zwar immer besser, aber perfekt ist noch nichts.

  • Wie wird die politische Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung gefördert?

Einerseits durch die direkte Zusammenarbeit zwischen den Politikern und den Selbstvertretern. Andererseits durch Menschen mit Beeinträchtigung die selbst in der Politik aktiv sind.

  • Arbeiten Sie auch mit dem Bundes-Behinderten-Anwalt Herrn Buchinger zusammen und wie schaut das aus?

Ja, wenn wir uns sehen besprechen wir einfach die Themen die gerade anstehen. 

  • Was bedeutet Barrierefreiheit für Sie?

Bauliche Barrieren genau so beseitigen wie die Barrieren im Kopf.

  • Was bedeutet Inklusion für Sie?

Gemeinsam Leben, lernen, arbeiten.

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